Dienstag, 6. Mai 2008

Richtung Arizona

Nach der Uebernachtung in Needles an der Grenze zwischen Kalifornien und Arizona sind wir heute morgen nach Lake Havasu gefahren. Dieser See wird von Colorado River gespeist, der auch den Grand Canyon durchliesst. Der See ist riesig und es gibt viele Boote hier. Auf einem riesigen Parkplatz, auf dem wir zum ersten Mal an den See rankamen, standen Dutzende Pickups mit Anhaenger, die hier ihre Yachten zu Wasser lassen. Selbst unser Jeep sah hier ziemlich mickrig aus gegen die riesigen Pickups.


Im Lake Havasu gibt es eine Insel, die ueber eine Bruecke zu erreichen ist. Diese London Bridge sieht ziemlich englisch aus und passt ueberhaupt nicht hier hin. Rund um die Bruecke gibt es ein paar englisch aussehende Haueser mit Shops und Restaurants. Nur Amerikaner kommen auf die Idee, mit in die Wueste eine schlechte Kopie einer englischen Stadt hinzupflanzen. Schon mal Palmen in London gesehen?



Wir haben uns dann zu dritt Jetskis gemietet und sind eine Stunde auf dem See herumgekurvt. Im suedlichen Teil des Sees gibt es einen kleinen Canyon, in den man hineinschippern kann. Leider habe ich davon keine Bilder ... ich brauche dringend eine wasserfeste Kamera. Danach haben wir uns ein paar Rennen auf dem See geliefert und haben die Jetkis ohne groessere Beschaedigungen wieder zurueckgeliefert. Eine Riesengaudi!


Fuer den Rest des Tages stand eine langere Fahrt auf dem Programm, damit wir unser naechstes Ziel erreichen. Es ging einige Stunden ueber den Highway 40 und entlang der historischen Route 66. Die Weite der Landschaft ist wirklich atemberaubend und ueberall sieht man fantastische Berge und Felsen. Am Ende erreichten wir dann den Grand Canyon und konnten kurz vor Sonnenuntergang noch einen Blick hinein werfen. Dann verschwand die Sonne aber hinter den Wolken. Morgen sehen wir dann hoffentlich mehr, wenn wir eine Helikoptertour machen ... sofern das Wetter mitspielt.

Joshua Tree Nationalpark

Inzwischen haben wir den Moloch von Los Angeles verlassen und sind weiter nach Osten. Schon ziemlich schnell aendert sich die Landschaft komplett und die kuenstlich bewaesserten Oasen von L.A. und Umgebung verschwinden. Hier faengt jetzt die Wueste an, die aber nicht weniger beeindruckend ist. Auf mehrspurigen Freeways wirft man einen weiten Blick auf die weite, karge Landschaft Kaliforniens.

Naechste Station auf unserem Road Trip ist der Joshua Tree Nationalpark. Ein Nationalpark in Amerika bedeutet natuerlich, dass man mit dem Auto durchfahren kann und links und rechts fleissig Fotos knippst. Weite Strecken laufen muss man hier nicht, auch wenn wir einige Wanderer und Radfahrer gesehen haben. Bei der Hitze hier ist das allerdings ziemlich abenteuerlich. Ausserdem gibt es hier Klapperschlangen ... also auch nicht ganz ungefaehrlich.
Schon kurz nachdem wir den Park betraten, haben wir auch schon das erste Tier gerettet. Eine Wuestenschildkroete lag mitten auf der Strasse rum. Die hat zwar einen harten Panzer, aber beim Duell zwischen Schildkroete und 2-Tonnen-Gelaendewagen wette ich eher auf das Auto. Also habe wir das lebensmuede Tier in die Sicherheit des Strassengrabens befoerdert. Anschliessend ging es weiter durch den Park vorbei an interessanten Kakteen, die unten rum schwarz und abgestorben aussehen, aber an den Enden noch jungfraeulich gruen sind. Sieht jedenfalls sehr bizarr aus.

Danach aendert sich schon wieder die Landschaft und ueberall liegen runde Felsen herum. Da mussten wir natuerlich gleich raufklettern und fleissig Bilder schiessen. Ich hoffe, meine Speicherkarten reichen noch, denn hinter jeder Kurve lauert ein neues, noch besserer Postkartenmotiv. Wir haben Kletterer gesehen, die sich an einigen Felsen versuchten. An einem Felsen gab es sogar Kletterpfade mit so passenden Namen wie "A Cheap Way To Die".


Spaeter sahen wir dann endlich die Joshua Trees, die dem Park seinen Namen gaben. Diese Baeume sind neben den Mojave Yuccas und den Kakteen (siehe oben) die charakteristischsten Pflanzen hier. Warum sie jedoch Joshua Trees heissen, weiss keiner so genau. Vermutlich haben Mormonen ihnen diesen biblischen Namen gegeben.


Zum Abschluss sind wir noch zum Keys View, einem Aussichtspunkt. Hier hat man eine guten Rundumblick, auch wenn die Sicht nicht die beste war. Leider gibt es auch hier Luftverschmutzung, die von den nicht allzufernen Staedten herueber zieht. Manchmal sieht man hier sogar ueberhaupt nichts ... insofern hatten wir noch ziemlich Gluieck.

California Dreamin'

Wenn beim Landeanflug auf Los Angeles im Bordradio die Eagles "Hotel California" spielen, dann ist das schon mal ein guter Start fuer die letzte grosse Etappe meiner Reise. Nach dem ich ohne grosse Schwierigkeiten in Los Angeles angekommen bin und von Lars und Claudia in Empfang genommen wurde, fehlte nur noch Pierre, der ein paar Stunden nach mir ankam. Sein Koffer hatte es jedoch vorgezogen in London zu bleiben. Kommt davon, wenn man an der Airline spart.

Wir haben das Cabrio von Lars und Claudia dann gegen einen groesseren Wagen eingetauscht, mit dem es in den kommenden zwei Wochen durchs Land geht. Wir sind dann auch gleich nach Santa Monica geduest und haben den Strand besucht, an dem natuerlich auch die Original-Baywatch-Lifeguard-Haeuschen stehen. Es gibt auch noch ein Pier mir Riesenrad und Souvenirshops, aber dort sind wir nicht lange geblieben ... wenn die Sonne verschwindet, wird es doch ziemlich kalt hier.

Am naechsten Tag startete dann die erste Tour durch L.A. Zuerst sind wir natuerlich nach Hollywood wie es sich fuer anstaendige Touristen gehoert. Im Hollywood Bowl, einem Freilufttheater, hatten wir dann auch den erstem Blick auf das beruehmte Wahrzeichen Hollywoods. Anschliessend ging es zum Griffith Observatorium auf den Bergen ueber Hollywood. Von hier hat man einen Blick auf den gesamten Grossraum von Los Angeles ... jedenfalls soweit es der Smog zulaesst.


Natuerlich sind wir auch auf den Hollywood Boulevard, der sich nicht weit von unserem zweiten Hotel befand. Dort sind die beruehmten Sterne des "Hollywood Walk of Fame" zu finden, in denen die Namen der Film-, Musik- und TV-Groessen Amerikas verewigt sind. Hier gibt es auch das Chinese Theater, vor dem die Hand- und Fussabdruecke vieler grosser Stars zu finden sind: Von Arnold Schwarzenegger ueber Marylin Monroe und der Star Trek Besatzung bis hin zu Darth Vader. Hier befindet sich auch die groesste Touristenansammlung und viele skurile Gestalten posieren fuer ein Foto. Nur hier laeuft man Batman, Homer Simpson oder Charlie Chaplin ueber den Weg.


Zur Abwechslung haben wir dann eine Tour der Stars mitgemacht. Hier kurvt man durch die Gegend und wirft einen Blick auf die Villen der Entertainmentgroessen oder besucht die Orte, an denen Geschichte geschrieben wurde. Das reicht vom Hotel, in dem Janis Joplin starb oder dem Ort, an dem Hugh Grant von der Polizei mit einer Prostituierten erwischt wurde. Das Ganze war natuerlich reichlich albern, aber die Fahrerin erzaehlte viele lustige Anektoden und man hat ein paar nette Villen von Beverly Hills gesehen. Das "Star Watching" auf dem Rodeo Drive fiel jedoch ergebnislos aus.


Ueber den Rodeo Drive, die Luxuseinkaufsmeile von Beverly Hills, sind wir dann noch mal zu Fuss gewandert. Nett anzuschauen, aber shoppen moechte ich hier nicht. Es gibt Laeden, da kommt man ohne Termin gar nicht rein und preislich spielt das sowieso in einer anderen Liga. Aber viele schoene Menschen und noch schoenere Autos gibt es hier. Sehen und gesehen werden ...


Danach hatten wir von den Stars genug und sind noch in die La Brea Tar Pits direkt im Zentrum von L.A. Dort gibt es einen See, in dem Teer, Oel und Methan nach oben gelangen. Viele Tiere sind im Laufe der Jahrtausende dort versunken und wurden heutzutage wieder geborgen. Das Museum mit den Ausstellungsstuecken war leider schon zu, aber der Park drumherum und der See an sich waren auch ganz nett.

Mittwoch, 30. April 2008

Die letzten Tage in Antigua

Heute geht der letzte Tag in Antigua und damit in Guatemala zu Ende. Nach der Rueckkehr habe ich nicht viel hier gemacht. Irgendwie werde ich gegen Ende meiner Reise immer fauler. Am Sonntag sind wir fuer einen Tag nach Chichicastenango gefahren, einer kleinen Stadt im guatemaltekischen Hochland. Chichi ist fuer seinen Markt beruehmt, der zweimal woechentlich stattfindet. Neben den obligatorischen Waren fuer Touristen werden alle moeglichen Haushaltsgegenstaende, Lebensmittel und sonstiges angeboten. Fuer den Markt reisen die Mayafrauen haeufig sehr weit an und verbringen die Nacht vor dem Markt bereits in Chichi.


Im Inneren des Marktes sieht man kein Tageslicht mehr. Alles ist sehr eng und gegen die Sonne ueberdacht. Hier werden abseits der Touristenmeile Tortillias gebacken, Reis, Fleisch und Gemuese gekocht und anschliessend verspeist. Selbst an den Stufen der Kirche sitzen Dutzende Menschen und verkaufen Blumen, Fruechte und mehr. Wer keinen eigenen Stand hat, der traegt seine Waren herum und bietet sie jedem auf seinem Weg an. Ein Typ wollte mir Nuesse verkaufen und hat mich innerhalb weniger Stunden mindestens 8 oder 10 Mal angesprochen.



In Antigua haben wir haben wir uns noch die restlichen Kirchen und Ruinen angeschaut, fuer die wir vor einigen Wochen keine Zeit hatten. Das war es dann aber auch schon. Inge wird jetzt weiter nach Quetzaltenango reisen, waehrend ich mich morgen in aller Fruehe (mein Bus zum Flughafen geht um 4 Uhr) auf den Weg nach Los Angeles mache. Dann starten die letzten drei Wochen meiner Reise, die ich zusammen mit Lars, Pierre und Claudia aus Deutschland verbringen werde.

Sonntag, 27. April 2008

Zurueck in Guatemala

Die Tauchgang war ein Erfolg. Nach dem am Tag zuvor keine Walhaie von Tauchern oder Schnorchlern gesichtet wurden, hatte ich Glueck. Ich habe zwei Exemplare (oder ein Exemplar zweimal) gesehen, einmal von oben und einmal auf meiner Hoehe einige Meter entfernt. Der Grund, warum es hier Walhaie gibt, sind die riesigen Fischschwaerme, die im Fruehjahr bei Vollmond vor der Kueste von Placencia laichen. Die Walhaie sind auf der Jagd nach dem Fischlaich und lassen sich manchmal auch durch Luftblasen anlocken. In einer groesseren Gruppe von Tauchern machten wir also moeglichst viele Luftblasen ueber den Fischschwaermen und dann endlich hatten wir Glueck. Nah rangekommen ist allerdings keiner. Die Wailhaie sind so scheu wie sie gross sind.

Anschliessend sind wir noch einen weiteren Tag in Placencia geblieben und haben das Strandwetter genossen. (Mit "wir" meine ich uebrigens meine Wenigkeit sowie Inge aus Holland, mit der ich seit Antigua zusammen reise. Das hatte ich auch schon mal erwaehnt, aber nicht jeder hat es gemerkt, wenn ich die letzten Kommentare so betrachte. Nicht nur Bilder anschauen, auch mal Text lesen!) Vor einigen Tagen haben wir uns dann von Placencia verabschiedet und sind wieder zurueck nach Guatemala: Zuerst mit dem Wassertaxi ueber die Lagune nach Independence, dann mit dem Bus nach Punta Gorda, bei den Grenzbehoerden von Belize einen Stempel ergattert, dann mit dem Boot ueber´s Meer nach Puerto Barrios, dort einen neuen Stempel der guatemaltekischen Behoerde abgeholt, dann mit der Faehre nach Livingston. Ganz schoen anstrengend!

Am naechsten Morgen sind wir dann den Rio Dulce (auf deutsch "suesser Fluss") raufgefahren. Ueber den Rio Dulce ergiesst sich das Wasser des Lago Izabal, des groessten Sees in Guatemala, ins karibische Meer. Zuerst faehrt man an relativ hohe Huegel links und rechts vorbei. Dann oeffnet sich der Fluss zu einem ersten, kleineren See. Es gibt hier viele verschiedene Voegel wie z.B. Reiher und Kormorane. Worum es sich bei dem Vogel auf dem folgenden Bild handelt, weiss ich leider nicht genau.


Ueberall am Ufer stehen kleine und groessere Holzhuetten der Bewohner. Um diese Zeit sieht man meist Frauen beim Waeschewaschen zu und kleinen Kindern beim Schwimmen. Neben den eher einfachen Behausungen der Einheimischen gibt es auch einige ziemlich noble Herbergen am See. Der Rio Dulce ist ein beliebter Ankerplatz fuer Yachten und Segelboote waehrend der Hurricansaison und offenbar gefiel es vielen reichen Amerikanern hier so gut, dass sie gleich ein Haus am See gebaut haben.


Den Ort Rio Dulce erkennt man leicht an der riesigen Autobruecke, die sich ueber den gleichnamigen Fluss spannt. Angeblich soll die die laengsten Bruecke in Zentralamerika sein. Wir bezogen Quartier in der Herberge "Casa Perico", die einem Schweizer gehoert. Casa Perico ist einige Bootsminuten entfernt von Rio Dulce am Ende eines kleinen Kanals. Alle Gebauede sind dort in den Sumpf gepflanzt und ueber Holzstege verbunden. Nachts hoert man nur die Geraeusche des Waldes, das Summen der Muecken und am gestrigen Abend auch mal deutsche Volksmusik ("La Paloma ohé" usw.) ... naja, keine Herberge ist perfekt. Zum Glueck gibt es Moskitonetze in allen Zimmern. So bin ich mit ein paar Stichen an den Haenden davongekommen.


Eine knappe Stunde im ueberfuellten Minibus entfernt von Rio Dulce steht die Finca Paraiso. Dort gibt es heisse Schwefelquellen und einen Thermalwasserfall. Von oben stuerzt ziemlich heisses Wasser herunter und von unten kommt ein zweiter, kalter Fluss. Die Felswand ist mit gruen-weissen Schwefelresten ueberzogen und unter dem Felsen gibt es kleine Hoehlen. Dort sitzt man im kalten Wasser und der Kopf ist im Warmen wie in einer Sauna. Als wir ankamen, trafen wir erst mal auf vielleicht 100 guatemaltekische Kinder auf einem Schulausflug. Die verschwanden aber spaeter und machten den Weg fuer ein personenloses Foto frei.


Heute sind wir von Rio Dulce ueber Guatemala City zurueck nach Antigua. Von hier werden wir voraussichtlich noch ein paar kleine Touren machen, bevor ich am kommenden Donnerstag Guatemala verlasse. Morgen geht es fuer einen Tagestrip nach Chichicastenango und spaeter vielleicht noch an die Pazifikkueste.

Sonntag, 20. April 2008

Weiter nach Sueden

Von Caye Caulker ging es in den letzten Tagen weiter nach Sueden. Die naechsten beiden Stationen waren Dangriga und Hopkins. Von hier wollten wir eigentlich einen Ausflug auf eine weitere Caye Insel machen, aber das Wetter hat ziemlich nachgelassen. Meist war es bedeckt und geregnet hat es ausserdem auch noch. Das ist ja fast wie zuhause! So sind wir halt ein bisschen in den Orten rumgewandert, auch wenn es da nicht viel gibt. In Hopkins haben wir einer lokalen Trommelband zugehoert, die fuer einen Auftritt geprobt haben. Dabei singen sie in Garifuna, der lokalen Sprache. Getrommelt wird dabei unter anderem auf Schildkroetenpanzern.

In Hopkins hatten wir dann aber doch noch Glueck und haben uns in der Fruehe nach South Water Caye fahren lassen. Das Wetter war ein Gluecksspiel und wir haben gewonnen! Gegen Mittag verschwanden die Wolken und es war ein perfekter Strandtag mit Sonne, Haengematte und Schnorcheln im Reef. Aber ein Bild sagt ja mehr als 1000 Worte:

Nach Hopkins ging es in den Cockscomb Basin Nationalpark. Hier gibt es neben hunderten verschiedenen Vogelarten auch Pumas und Jaguare. Wir sind nachmittags schon mal ein bisschen rumgewandert, u.a. zu einem Wasserfall und einem netten Ausblick, genannt Ben's Bluff. Von dort sieht man den Outlier Mountain (rechts) sowie den zweithoechsten Berg Belizes, den Victoria Peak (links hinten). Ausserdem gibt es hier noch ein kleines Flugzeugwrack, dass vor einigen Jahren abgestuerzt ist. Der amerikanische Gruender des Parkes wollte von der Luft aus seine markierten Jaguare kontrollieren, schmierte aber bei schlechtem Wetter ab. Es gab zum Glueck aber nur 3 Verletzte.


Nach der Uebernachtung in einer der Huetten im Park wollten wir eigentlich am naechsten Morgen bei Sonnenaufgang eine groessere Wanderung machen. Leider machte der Regenwald seinem Namen alle Ehre und es hat die ganze Nacht und den ganzen Vormittag geregnet. Da trauen sich nicht mal Jaguare raus und nach zwei kurzen Spaziergaengen im Regen sind wir weitergezogen. Wandern in Badehose und Sandalen macht keinen Spass.

Inzwischen sind wir in Placencia angekommen. Hier werden wir zwei, drei Tage bleiben und morgen gehe ich wieder tauchen. Es ist gerade Saison fuer Walhaie und ich hoffe, morgen ein paar Exemplare des groessten Fisches der Welt zu sehen.

Dienstag, 15. April 2008

Fluch der Karibik

Kaum reist man nach Belize, schon schlaegt der Fluch der Karibik zu: Alles sauteuer hier! Zum Glueck faengt der aktuelle Dollarkurs einiges ab, aber im Vergleich zu Guatemala faellt es einem besonders auf. Wie das die Einheimischen machen, ist mir nicht ganz klar ...

So, genug gemeckert ... von Flores ging es mit dem Minibus direkt nach Belize City. Diese Stadt ist zwar immer noch das Zentrum des Landes, aber nicht mehr die Hauptstadt. Nach einem hier ueblichen Hurrican wurde die Hauptstadt nach Belmopan ins Innere des Landes verlegt. Das bedeutet, die Hauptstadt dieses Landes ist jetzt ein kleines Kaff im Nirgendwo. Ob das zukuenftige Hurricans verwirren soll, weiss ich nicht genau ...

In Belize City wurden wir direkt am Faehrterminal abgesetzt und haben uns gleich ein Ticket nach Caye Caulker gekauft. Kurze Zeit spaeter kamen wir dann auch dort an und ... was soll ich sagen: So stelle ich mir die Karibik vor! Tuerkisfarbenes Wasser, weisser Sand, blauer Himmel. Caye Caulker ist eine kleine Doppelinsel (ein Hurrican machte vor einigen Jahres aus einer Insel zwei) und ein beliebtes Touristenziel. Hier kann man Schnorcheln und Tauchen, Windsurfen oder auch einfach mal nix machen.

Nix machen kommt natuerlich nicht in Frage. Deshalb ging es am naechsten Tag auf einem kleinen Segelboot zum Schnorcheln. Hier vor der Kueste von Belize liegt das zweitgroesste Barrier Reef der Welt und daher gibt es entsprechend viele Korallen, Fische und sonstige Meeresbewohner hier. Wir haben an insgesamt drei Stellen Halt gemacht und sind rund ums Boot geschnorchelt. Das Riff liegt nur wenige Meter unterhalb des Wasserspiegels und man hat daher einen tollen Blick auf Ammenhaie, Adlerrochen und Meeresschildkroeten. Bisher habe ich sowas nur beim Tauchen gesehen ... hier reicht schon Schnorcheln.

Tags drauf bin ich wieder mit einem Boot raus, aber diesmal zum Tauchen. Der bekannteste Ort zum Tauchen hier ist das Blue Hole, ein Krater im Meer, der von einem Riff umgeben ist. Hier taucht man bis auf 42m Tiefe. Allerdings ist das Blue Hole weit draussen und der Tauchgang entsprechend teuer. Man sieht auch nicht viele Fische und Korallen sondern eher Stalaktiten und Stalakmiten. Ich habe daher eine andere Tour gemacht, die auch sehr schoen war. Wir fuhren zum Ambergris Caye und sahen Dutzende Ammenhaie, einige Mantas, eine giftiggruene Moraene sowie einige riesige Hummer.

Belize ist voellig verschieden von Guatemala. Ziemlich erstaunlich, wenn man bedenkt, das Guatemala und Belize mal ein Land waren. Die Landessprache in weiten Teilen ist Englisch. Spanisch ist neben Garifuna und Maya untergeordnet. Die meisten Einwohner sind Nachfahren von Sklaven aus Afrika und daher entsprechend dunkelhaeutig. Ich habe hier irgendwie ein Jamaicafeeling, wenn ich durch die Stadt laufe oder mir ein Bob-Marley-Verschnitt "Hey Mon! Wassssup!" zuruft.

Nach Caye Caulker ging es dann weiter nach Dangriga. Leider laesst uns das Wetter hier etwas im Stich und es ist bewoelkt und regnet manchmal. Im Moment sind wir gerade auf der Suche nach Schlechtwetteralternativen, denn der geplante Ausflug auf eine kleine tropische Insel macht nur Spass, wenn auch das Wetter mitspielt.